Karosseriebau – moderne Klebetechnik anstelle von Schweißnähten und unschönen Nieten

Althergebrachte Metallverbindungen sind robust und widerstandsfähig – allerdings passen sie kaum noch in zeitgemäße Metallverarbeitung. Mechanische Verbindungen mehrerer Werkstücke aus Metall sind zwar praktisch relativ schnell gemacht, tragen aber auch das Potenzial für frühzeitige Korrosion, denn nicht jeder kann nieten, wie es diese Verbindungsform verlangt.

In der Regel werden Bleche, speziell im Karosseriebau, geschweißt. Zwar gibt es auch mechanische Verbindungen in Form von Falztechniken, die sind aber ohne schweres Gerät nicht präzise umzusetzen.
In manchen Bereichen spielt es eine besondere Rolle, wie man Bleche miteinander verbindet: zum Beispiel für den Werterhalt eines Oldtimers.

Eine gute Schweißnaht setzt aber einen versierten Schweißer voraus, der nicht nur in der Theorie wissen muss, wie es geht, sondern auch sehr viel Erfahrung braucht. Im Hobbybereich bzw. in der eigenen Garage fehlt meist die notwendige Ausrüstung (sowohl E-Schweißgerät als auch die wichtige Schutzausrüstung). Besondere Materialien wie Aluminium und Edelstahl müssen, um überhaupt eine vernünftige Schweißnaht zu produzieren, unter Schutzgas geschweißt werden. Folgende Lichtbogenschweißarten stehen zur Verfügung:

  • WiG: Wolfram-Inertgas-Schweißen
  • MiG: Metall-Inertgas-Schweißen
  • MaG: Metall-Aktivgas-Schweißen

Wird ein Blech falsch geschweißt, entstehen kaum sichtbare Schäden (Löcher) auf den Oberflächen, die mechanisch angreifbare Punkte und damit Schwachstellen bilden. Einige Verbindungen können geklebt werden. Zum weitreichenden Bereich der Blechbearbeitung gibt es bei der Handwerkskammer Unterfranken gute Informationen. Wichtig ist, dass man nur mit einem voll funktionsfähigen und unfallsicheren System schweißt.

Schweißen oder doch lieber kleben? Die Anwendungen entscheiden über die Technik

Handelt es sich nicht um tragende Teile wie z. B. Rahmen, können Bleche durchaus auch miteinander verklebt werden. Manche Verbindungsfugen müssen elastisch bleiben, andere sollen möglichst eine Steifigkeit wie das zu verbindende Material als Eigenschaft haben. Entsprechend der Anforderungen werden Klebstoffe vertrieben, die aus mehreren Komponenten bestehen und als Klebstoff erst aktiv werden, wenn diese Komponenten miteinander gemischt werden. Auf dieser Basis lassen sich mit dem Kleber diverse Produkte und Bauteile miteinander verbinden. Man muss aber darauf achten, dass gerade im Kfz-Bereich nicht alle Verbindungen, die geklebt werden können, auch geklebt werden dürfen. Der TÜV verlangt bei bestimmten Verbindungspunkten eine sauber geführte Schweißnaht, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Einen guten Einblick zum Thema Metalle kleben kann man sich bei diesem Video verschaffen:
 

Kleben statt schweißen. Efka Karosserie. Fränki’s Basteltipps





 

Sicherheit geht vor – haltbare Schweißnähte und ihre Verarbeitung

Eine gute Schweißnaht ist eine Kunst, die man zwar erlernen kann, aber nur durch viel Praxis wirklich perfekt umsetzen kann. Selbst wenn eine Schweißnaht optisch gut und gelungen aussieht, kann sie beim Röntgen durchfallen, weil sich im Innern Poren gebildet haben, die unter Belastung (Zug, Druck, Scherkräfte) brechen können. Die Erstellung ist also durchaus kompliziert – wenn sie einer fachlichen Prüfung unterzogen und sicherheitsrelevant ist. Schweißnähte, die nur für den Hausgebrauch gezogen werden, können aber durchaus schnell und ohne größeren Aufwand erledigt werden, wenn das passende Equipment dazu vorhanden ist. Für einige Verbindungen ist es aber überhaupt nicht nötig, das Schweißgerät überhaupt anzuwerfen. Auch Metall kann und darf gerne miteinander verklebt werden, wenn der Einsatz des Werkstücks entsprechend ausgerichtet ist. Zum Bleche kleben müssen die passenden Klebstoffe auf das Material abgestimmt werden – sonst hat man nicht sehr lange Freude an seiner Arbeit.